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Thread Startpost: SBB-Blocksignale sperren on
Autor RE: SBB-Blocksignale sperren   21 # 24 top
JR-Railfan
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Beiträge: 60

Ort: Einsiedeln
Eingetreten: 27.03.20
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Eingetragen am 12.08.2026 08:28  

Hallo Jan,

danke für deine Erklärung zum Selbstblock. Eine Frage dazu hätte ich noch: wenn es auf einer einspurigen Strecke Selbstblock-Signale in beide Richtungen hat, zeigen die Signale dann trotzdem "Fahrt" (in Fahrtrichtung?)?. Und wenn man die Fahrrichtung umschaltet fällt das Selbstblocksignal auf Halt und dasjenige in der Gegenrichtung zeigt dann Fahrt?

Interessant, dass wir solche "Grundstellung Fahrt"-Signale in der Schweiz (zumindest bei SBB, BLS, SOB) nicht haben. Ist ja vermutlich (relais-)technisch einfacher umsetzbar.

Viele Grüsse, Thomas

 
Autor RE: SBB-Blocksignale sperren   22 # 24 top
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Beiträge: 69

Ort: Zwischen Harz und Heide
Eingetreten: 13.07.20
Status: Offline
Eingetragen am 13.08.2026 08:08  
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JR-Railfan schrieb:
Eine Frage dazu hätte ich noch: wenn es auf einer einspurigen Strecke Selbstblock-Signale in beide Richtungen hat, zeigen die Signale dann trotzdem "Fahrt" (in Fahrtrichtung?)?. Und wenn man die Fahrrichtung umschaltet fällt das Selbstblocksignal auf Halt und dasjenige in der Gegenrichtung zeigt dann Fahrt?


Hallo Thomas,

gerne!
Wenn es Selbstblocksignale auf eingleisigen Strecken bzw. entgegen der Regelfahrtrichtung gibt, dann sind die in der Richtung in Fahrt, für die die Erlaubnis (schweizerisch Freie Bahn) vorhanden ist.
Wird die Erlaubnis zwischen zwei Bahnhöfen gewechselt, dann geht die andere Fahrtrichtung auf Fahrt.


Schöne Grüße
Jan

Gartenbahn frei nach RhB-Motiven im Aufbau

 
Autor RE: SBB-Blocksignale sperren   23 # 24 top
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Beiträge: 69

Ort: Zwischen Harz und Heide
Eingetreten: 13.07.20
Status: Offline
Eingetragen am 13.08.2026 09:52  
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JR-Railfan schrieb:
Die komplizierte Antwort ist, dass es vielleicht grundsätzliche Unterschiede zwischen Stellwerken der DB und SBB gibt, und ich daher ich ein bisschen ausholen muss

Die Strecke wird also vollständig und nur über den Streckenblock gesichert (ev. ist das bei der DB anders).

Alle Signale innerhalb des Bahnhofbereichs sind mit einem "automatischen Signalbetrieb" ausgerüstet (ASB)

(ausser es gibt einen "Automatischen Durchgangsbetrieb" )


Hallo Thomas,

es gibt durchaus Unterschiede zwischen den Stellwerken der DB und SBB/…

Bedienung des Streckenblock z.B.
Bei der DB kann man eine Erlaubnis nur abgeben. In der Schweiz fordert man die Freie Bahn an bzw. sperrt sie gegen das Wegnehmen durch den Nachbarn.

„Fahrstraße auf der Stecke“
Bei der DB gibt es Blockfahrstraßen nur im (ESTW-)Zentralblock. Also kein großer Unterschied.

ASB bzw. Selbststellbetrieb
Bei den Stellwerksbauformen der alten Bundesbahn kennt/kannte man fast nur den sog. Selbststellbetrieb, bei dem für Hauptsignale eine einzige Fahrstraße für die automatische Einstellung projektiert werden konnte.
Zuglenkung mit Lenkziffern gab es vereinzelt.
Bei einigen Stellwerksbauformen der alten Reichsbahn gab es Fahrstraßenspeicher (vereinzelt auch bei der Bundesbahn).

„Automatischer Durchgangsbetrieb“
Das lässt sich beim DrS2 (kleines Fahrstraßenstellwerk vergleichbar mit Domino 55) für die Hauptsignale im durchgehenden Hauptgleis(en) projektieren. Damit wird ein Bahnhof quasi zu einer Doppelblockstelle Selbstblock.


Schöne Grüße
Jan

Gartenbahn frei nach RhB-Motiven im Aufbau

 
Autor RE: SBB-Blocksignale sperren   24 # 24 top
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Beiträge: 69

Ort: Zwischen Harz und Heide
Eingetreten: 13.07.20
Status: Offline
Eingetragen am 13.08.2026 12:02  
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JR-Railfan schrieb:Heute werden die Stellwerke von (fast) allen SBB-Bahnhöfen über das Leitsystem ILTIS bedient. Das passiert in den 4 Betriebszentralen (BZ) in Renens bei Lausanne, in Olten, in Polleggio (Tessin) und Zürich Flughafen. Die BLS hat ihre eigene BZ in Spiez, die SOB ihre in Herisau.

Die Steuerung der Fahrwege der Züge erfolgt über sog. "Zuglenkdaten". D.h. jeder Zug hat einen Datensatz, der tagesscharf den gleis- und weichengenauen Fahrweg beinhaltet, vom Start- bis zum Zielbahnhof. In diesem Datensatz sind auch "Dispositionskriterien" vorhanden, welche z.B. steuern, um welche Zeit ein Signal auf Fahrt gestellt werden soll, ob eine Fahrstrasse erst eingestellt werden darf wenn ein anderer Zug an einem anderen Ort eingefahren ist, oder ob ein Anschluss von einem anderen Zug abgewartet werden muss (und vieles mehr). Aufgrund von diesen Zuglenkdaten wird der zugfahrstrassen-basierte Bahnbetrieb grundsätzlich vollautomatisch abgewickelt, es muss also kein Fdl mehr ein Signal manuell stellen, auch nicht auf den grossen Bahnhöfen wie Zürich, Bern, Basel oder Olten. Wenn alle Züge pünktlich verkehren, beschränkt sich die Arbeit des Fdl also grundsätzlich "nur" auf das Überwachen des Zugverkehrs.



Hallo Thomas,

danke für Deine ausführliche Schilderung. Ich beneide Euch so sehr um ILTIS und diese konsequent zentralisierte Betriebsführung.

Für einige sagen wir konservativ eingestellte Betriebler in Deutschland ist Zuglenkung ein rotes Tuch. Der Compuer stellt die Fahrstraße ein, um Gottes Willen die Welt geht unter …
Und ein Kopfbahnhof ist mit Zuglenkung unfahrbar, habe ich in meiner beruflichen Praxis schon mal zu hören bekommen …


Schöne Grüße
Jan

Gartenbahn frei nach RhB-Motiven im Aufbau

 
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